Frequently Asked Questions?

Eine Zeit lang habe ich über einen Abschnitt für diese Website nachgedacht, der meinem Arbeitsablauf gewidmet ist. Denn viele Leute haben im Laufe der Jahre immer wieder gefragt, was ich mache, wie ich fotografiere, wie ich retuschiere, welche Ausrüstung ich benutze und so weiter. Aber dann sah ich einen Vortrag von Studio Pandan. Sie haben aus ihren FAQ eine ganze Präsentation gemacht. Das schien eine großartige Möglichkeit zu sein. Ich werde im Laufe der Zeit weitere Fragen und Antworten hinzufügen. Für den Moment, lass uns beginnen ...

Bist Du angestellt oder arbeitest Du als Freiberufler?

Im Jahr 2013 beschloss ich, als Fotograf und Retuscheur auf freiberuflicher Basis zu arbeiten. Das ist nicht mein Hobby, das ist mein Beruf. Und mir gefällt, was ich jeden Tag machen darf.

Der Fotograf ist kein echter job‽

»Fotografie? Das ist einfach. Man muss nur auf den Knopf drücken.«. Das ist eine übliche Reaktion, wenn die Leute erfahren, was ich beruflich mache. Zusätzliche werde ich dann auch noch oft als Künstler bezeichnet …

Ist Fotografie eine Kustform?

Es hängt davon ab, wie man sich selbst und seine Arbeit sieht. Meiner Meinung nach bin ich kein Künstler. Was ich anbiete, ist eine Dienstleistung. Wenn mir jemand von einem Projekt erzählt, weiß er in der Regel schon, was er will, aber er weiß nicht, wie er es bekommen kann. Gemeinsam mit meinen Auftraggebern versuche ich, diese fotografischen Probleme zu lösen. Sei es eine ganze Fotosession oder die Retusche bereits existierender Fotografien.

Ich arbeite nicht im luftleeren Raum. Meine tägliche Arbeit ist von Zwängen und Grenzen geprägt. Grenzen wie Zeit, Budget, und Ressourcen. Wäre ich ein Künstler müsste ich darauf nicht achten. Dann würde ich jeden Tag pinke und blaue Fotos mit meiner Polaroid aufnehmen. Ganz egal ob es dafür eine Nachfrage gibt.

Interessierst Du Dich für analoge Filmfotografie?

Ja, teilweise. Ich habe selbst analogen Film aufgenommen und entwickelt, aber aktuell konzentriere ich mich zu 100% auf digitale Bilder. Trotzdem spiele ich von Zeit zu Zeit mit Polaroids herum. Aber das ist nur ein Hobby.

Manipulierst/ retuschierst Du Deine Aufnahmen?

Ja, ich retuschiere. Wir alle haben Sehgewohnheiten. Es ist auch ein Unterschied, ob man jemanden von Angesicht zu Angesicht oder ein Foto betrachtet. Die Wahrnehmung ist völlig anders. Man sieht mehr Details, man achtet viel mehr auf Fehler, Flecken, Falten, dunkle Augenringe, etc. Darüber hinaus gibt eine Kamera eine eigene Interpretation der realen Welt, die meist nicht das Ergebnis ist, das man erwarten und - noch wichtiger - akzeptieren würde. Eine Retusche hilft, dies zu korrigieren.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bringe Wahrnehmung und Realität zusammen.

Ich bitte Dich … etwas Kontrast und Helligkeit sollte doch reichen, oder?

Sehr oft ist das Foto, das ›durchschnittlich‹ normal aussieht, jenes, in das ich einen unverhältnismäßig hohen Arbeitsaufwand investiert habe. Es wird sehr viel Feinarbeit in die Perfektionierung meiner Fotos gesteckt. Derzeit verwende ich Capture One von Phase One und Adobe Photoshop.

Warum verwendest Du Photoshop?

Weil ich damit mein Geld verdiene. Im Laufe der Jahre habe ich Tausende von Stunden in die Verfeinerung meiner Fähigkeiten investiert. Ich habe mir Photoshop ganz nach meinen Wünschen angepasst; bspw. Tastaturkürzel. Man sollte hier auch nicht den Wert des Muskelgedächtnisses unterschätzen. Plugins und Aktionen beschleunigen alles, was ich täglich mache.

Natürlich kenne ich auch ›Alternativen‹ wie Affinity Photo. Für viele Leute und eine Menge einfacher Aufgaben ist es ganz in Ordnung. Aber 30 Jahre Erfahrung in der Fotomanipulation sind schwer zu übertreffen, und ich muss zugeben: Ich liebe Photoshop. Es ist großartig. Es ist überwältigend, verwirrend, und gleichzeitig extrem unterhaltsam in der Anwendung. Die erste Version, mit der ich angefangen habe, war 5.5, und es hat mich sofort gepackt. Es macht mir unglaublich viel Spaß, wenn ich darin Pixel herumschiebe. Das Speichern eines finalen™ Photoshop-Dokuments ist ein sehr gutes Gefühl.

Ein weiterer sehr wichtiger Faktor ist die Kompatibilität von Arbeitsabläufen Vielleicht hast Du von Photoshop als De-facto-Standard gehört. Aber was bedeutet das? In den letzten drei Jahrzehnten haben sich viele Menschen in der Kreativbranche auf Standards geeinigt, z.B. Photoshop. Wenn ich eine .PSD-Datei mit Dutzenden von Ebenen, Smart Objects und Filtern habe, ist es wichtig, dass sich meine Auftraggeber auf die Kompatibilität verlassen können. Sie müssen sie nicht in andere Formate konvertieren; der Workflow ist nahtlos. Das spart allen eine Menge Zeit und Geld.

Es scheint, dass Du viele Fotos in und für die Typografieszene machst, oder?

Das kommt auf die Perspektive an. Von der Szene aus mag es so aussehen, dass ich nur Fotos von Schriftgestaltern, Studios und so weiter mache. Für mich ist es nur ein kleiner Bruchteil meiner Zeit. Und nein, ich bin nicht bei Monotype angestellt. Es ist ein Kunde wie viele andere auch. Ich mag einfach alles, was mit der Schrift zu tun hat.

Findet man Deine Aufnahmen auch anderswo?

Ja, abgesehen von meinen Auftraggebern, findet man Fotos bspw. hier: WELT, Havard Business Review, Neue Osnabrücker Zeitung, Wired Italy, Berliner Morgenpost, Time, Women’s Health, NBC Los Angeles, Deutschlandfunk Kultur, Engadget, Encyclopædia Britannica, und viele mehr.